Schnecken bekämpfen im Garten

Kann man mit Kaffeesatz Schnecken bekämpfen? Viele Ideen und schneckenfreundliche Tipps gegen Schnecken erhaltet ihr auf unserer Webseite. Schneckenbekämpfung ist keine Zauberei.

Besonders die warmen und feuchten Sommermonate haben es den Schnecken angetan. Es sind die optimalen Bedingungen für die Plagegeister, die sich rasch vermehren und unsere Pflanzen regelrecht roden. Aber was hilft nun gegen Schnecken?
Wir haben ein paar Rezepte zusammengestellt. Die Hoffnung mit einer einzigen Lösung zum Ziel zu kommen ist fast unmöglich. Daher setze ich auf verschiedene Kombinationen.

Vorlesen – Teil 1

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Was also tun?

Solltet ihr also zu viele Schnecken im Garten vorfinden, schlage ich vor auf natürliche Fressfeinde zu setzen. Dazu gehören z.B. Igel, Kröten oder Blindschleichen. Deren Habitat ist der natürlich gestaltete Garten mit all seinen Rückzugsmöglichkeiten.
Schnecken mögen es feucht. Ein offener Boden mit einer dünnen Mulchschicht sorgt dafür, dass wenig Feuchtigkeit gehalten wird. Die Trockenheit ist der größte Feind der Schnecken. Zusätzlich kann auch Sägemehl oder Kalk um die Pflanzen aufgebracht werden. Schnecken meiden raue Oberflächen und der Kalk sorgt für Verätzungen an der Laufsohle. Beim Sprengen der Pflanze oder Regen ist die Kalkschicht wieder verschwunden und somit nur bedingt ratsam.

Welches Hausmittel hilft noch gegen Schneckenbekämpfung?

Ebenfalls wirksam ist die Verwendung von Kaffee und Kaffeesatz. Auch der Fachhandel bietet sogenannte Schneckenzäune an, die von den Schnecken nicht überwunden werden können.
Solltet ihr mit stärkerem Befall zu kämpfen haben, schlage ich das Absammeln der Tiere vor. Ihr könnt sogenannte Köder auslegen. Das können Salat- oder Rhabarberblätter sein. Diese sind für Schnecken sehr schmackhaft. Diese dienen ihnen auch als Versteck, sodass sie von dort abgesammelt werden können. Somit kann man auch derer spanischen Wegschnecke Herr werden. Ihre starke Absonderung ihres Schleims ist so extrem, dass sie von Nutztieren sogar gemieden wird. Hinzukommt, dass ihr Trockenheit wenig ausmachen kann.

Schnecken gehören bis zu einem gewissen Grad in jeden Garten. Sie nehmen in einem Ökosystem eine wichtige Rolle ein. Neben den leckeren grünen Blätter der Funkien verspeisen sie auch abgestorbene Pflanzenteile und Überreste von toten Tieren und tragen bei der Humusbildung bei.

Weinbergschnecke

Liebe Gartenliebhaber denkt daran, dass nicht alle Schnecken für die Schäden an euren Pflanzen verantwortlich sind. Viele Schnecken (z.B. die mit Haus) fressen nur abgestorbene Pflanzenreste und sind somit nicht für eure Pflanzen gefährlich. Auch die unter Naturschutz stehende große Weinbergschnecke ist ein Nützling im Garten. Sie verspeist nämlich die Eigelege der Nacktschnecken und reduzieren auf natürliche Art und Weise deren Population.

Ebenfalls sehr nützlich ist der Tigerschnegel, der sowohl die Schnecken, als auch deren Gelege frisst. Auffällig sein Raubkatzenlook. Wer also diese Nützlinge in seinem Garten vorfindet, kann sich glücklich schätzen.

Die Gartenwegschnecke und die Ackerschnecke gehören ebenfalls zu den „Problemschnecken“. Sie sind ebenfalls ohne Behausung unterwegs. Die Gartenwegschnecke weist eine grau, bis schwarze Färbung auf. Hingegen ist ihre Sohle gelblich, orange. Bei einer Größe von vier Zentimetern ist sie eher klein. Auf ihrem Speiseplan stehen Wurzeln und eher seltener die grünen Bestandteile der Pflanze. Die Ackerschnecke wird bis zu fünf Zentimeter groß und hat ein gelblich bis braunes Äußeres. Eine hellere Färbung weist die Sohle auf. Die Jungtiere leben vorwiegend im Boden und gefährden alle Bestandteile der Pflanze.

Tigerschnegel

Überblick möglicher Maßnahmen

Vorbeugen

Die Schneckengelege bestehen häufig aus vielen hundert Eiern und überwintern im Erdboden. Daher ist es hilfreich die oberen Bodenschichten im Spätherbst einmal aufzulockern. Bei dem Prozess werden jedoch die unterschiedlichen Bakterienkulturen, die sich in den unterschiedlichen Schichten befinden, zerstört. Das Leben spielt sich in den oberen 15 Zentimeter des Bodens ab.

Was sich auch als hilfreich erwiesen hat, ist die Pflanzen morgens und nicht abends zu gießen. In der Nacht können sonst die Schnecken diese Feuchtigkeit für ihre Tour nutzen. Auch solltet ihr nicht ganze Flächen, sondern nur gezielt einzelne Pflanzen seltener und dafür länger gießen. Somit ist ihr Ausbreitungsdrang etwas gedämpft.

Mehr natürliche Fressfeinde der Schnecken fördern.

Ein naturbelassener Garten bietet gerade den natürlichen Feinden der Schnecken viele Rückzugsmöglichkeiten. Die Nützlinge finden in den verschiedenen Ecken des Grundstücks Rückzugsorte, die sie bei Nacht dann verlassen können. Zu Feinden der Schnecken gehören Igel, Spitzmäuse, bestimmte Vogelarten wie die Amseln, Stare und Elstern. Auch Kröten und Blindschleichen vertilgen die Schnecken. Hundertfüßer und Laufkäfer machen sich über die Gelege der Jungschnecken her.

Unangenehme Gerüche bestimmter Pflanzen

Hier heißt es probieren. Wer Bohnenkraut und Kamille um seine Pflanzen ringförmig setzt kann Glück haben, dass seine Lieblingspflanze verschont bleibt. Ein Versuch ist es wert. Bei Extrakten, die versprüht werden, ist immer daran zu denken, dass sie nur bis zum nächsten Regenguss halten.
Bereits wissenschaftlich belegt ist die positive Wirkung von Kaffee gegen Schnecken. Der Geruch des Koffeins sorgt für die abschreckende Wirkung. Die Schnecken meiden die Stellen, an denen Kaffeepulver aufgetragen wurden und suchen sich andere Pflanzen. Auch lässt sich eine Kaffeelösung erstellen, die dann auf und um die Pflanze gesprüht wird. Das Koffein wirkt ähnlich wie ein Nervengift.

Abwehr durch den Schneckenzaun

Schneckenzäune sind durch ihr abgewinkeltes Profil sehr wirksam. Baumärkte und Gartencenter haben das erkannt und bieten verschiedene Modelle an. Leider ist die Anschaffung recht kostspielig und häufig nicht an allen Stellen anwendbar. Auch ist der optische Eindruck nicht der beste. Die Schneckenzäune sollten sich mindestens zehn Zentimeter im Boden befinden, damit die Schnecken den Zaun nicht unterwandern. Der Zaun sollte frei stehen, damit die Schnecken nicht an einem Halm das Hindernis überwinden können. Die größte Schwierigkeit besteht jedoch daran alle Schnecken im Gehege aufzuspüren. Habt ihr ein zwei Schnecken oder ein Gelege übersehen freuen sich die Schnecken über diese Insellösung, die sie nicht teilen müssen 😉

Es gibt auch eine patentierte Lösung mit Kupferdrähten und Strom. Die habe ich jedoch noch nicht probiert.

Schneckenstop durch Kalk und Einstreu

Stoffe wie Sägemehl, Steinmehl und Kalk haben die Eigenschaft Feuchtigkeit aufzunehmen. Diese Grenzen überqueren die Schnecken sehr ungern. Bei einem starken Regenguss müssen diese Streifen jedoch wieder erneuert werden, weil sie ihre Wirkung verlieren. Kalkstreifen sollten mindestens 30 Zentimeter und Sägemehlstreifen mindestens 5 Zentimeter breit sein, damit sie Wirkung zeigen. Natürlich muss auch hier wieder innerhalb des zu schützenden Bereichs alle Schnecken abgesammelt werden.

Ertrinken in der Bierfalle

Bierfallen werden häufig verwendet und sind sehr wirksam. Woran jedoch die wenigsten denken ist, dass durch den Geruch aus allen Nachbargärten die Schnecken ankommen. Daher solltet ihr die Bierfalle nicht zu den zu schützenden Pflanzen stellen, sondern eher im Außenbereich eures Grundstückes.

Die Aufstellung ist denkbar einfach. Bier-/ Wassergemisch ins Glas füllen und eingraben. Der Rand des Glases sollte überstehen, damit nicht andere Nutztiere in die Falle gelangen und ertrinken.

Absammeln

Mit einer Stirnlampe bewaffnet könnt ihr spät am Abend auf die Suche gehen. Ihr könnt den Schnecken verschiedene Behausungen zur Verfügung stellen, damit ihr gezielt dort suchen könnt. Das können umgedrehte Untersetzer sein, aber auch umgedrehte Tontöpfe und Dachpfannen eignen sich. Auch ist es möglich einen Köder auszusetzen der aus Blättern vom Salat oder Rhabarber besteht.

Mit Hühnern und Enten gegen Schnecken

Die indische Laufente und die Khaki-Campell-Enten sind bestens geeignet für die Schneckenvertilgung geeignet. Manche Anbieter bieten ihre Enten zum Verleih an. Wer sich selber Enten anschaffen möchte, sollte immer für ausreichend Wasser sorgen. Da sie zum Runterschlingen der Schleimer benötigen sie viel Wasser. Die Anschaffung und Pflege sind aufwendiger und eignet sich nur für Grundstückseigentümer die artgerechte Haltung sorgen können.